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Taubnessel

Zart ist die Erscheinung – kräftig das Aroma! (lat. Lamium purpureum/L. album/L.galeobdolon)

Merkmale

Die Taubnessel gibt es verschiedenen Varianten und ähnelt aufgrund ihrer Wuchs-Form der „echten“ Brennnessel“ und auch Hohlzahn-Arten, die aber alle essbar sind. Die Blüten der Taubnessel, welche rot, weiß oder auch gelb sein können, sind der Familie der Lippenblütler zugeordnet, was ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den Brennnesseln ist. Die Blüten der Brennnessel sind kleine, graue, traubenartige Gebilde.
Die Blätter ähneln denen der Brennnessel, jedoch ist der vierkantige Stängel weniger behaart.
Der Bienensaug, wie die Acker-Taubnessel wegen ihres süßen Nektars, der auch Kindern gut schmeckt, ebenfalls genannt wird, wächst nahezu überall und bevorzugt Halbschatten. Sie wird dort angetroffen, wo auch die „echte Brennnessel“, mit der die Taubnessel übrigens nicht verwandt ist, wächst.
Die Taubnessel hat keine „brennenden“ Haare, weshalb eine Berührung mit den Blättern und Stielen ohne juckende Folgen bleibt. Das wiederrum erleichtert ungeübten das Sammeln der oberen Spitzen sehr.

Kulinarisches

Besonders der Geschmack der zart anmutenden Acker-Taubnessel ist recht dominant, weshalb sie eher sparsam im Salat untergemischt wird. Als Beigabe in Suppen und Gemüse kann sie gekocht werden. Auch können die zarten Blätter in Quark oder Frischkäse oder in einer Kräuterpaste kleingeschnitten als aromatische Zugabe gemischt werden.
Die Blüten sind eine sehr schöne Dekoration für Salate, Kräuterbutterbrote, Käseplatten und dergleichen.

Lagerung/Konservierung

Taubnesseln wachsen nach jedem Schnitt wieder nach und sind so die ganze Gartensaison über zur Ernte vorhanden.
Die blühenden Sprossenspitzen können in Büscheln zum Trocknen aufgehängt und in Papiertüten aufbewahrt werden.
Wer eine Paste aus Olivenöl und verschiedenen Kräutern herstellt und auch die Blätter und Blüten der Taubnessel sparsam einarbeitet, kann diese im Kühlschrank einige Tage haltbar aufbewahren. Jedoch sollte auf Schimmel geachtet werden, da die frischen Blätter viel Wasser enthalten, was zu schnellem Verderb führt.

Inhaltsstoffe

Die Taubnessel, auch Blindnessel genannt, ist durch die enthaltenen Gerbstoffe und das ätherische Öl, aber auch durch Saponine, Flavonoide und Histamine sehr aromatisch. Auch Mineralien lassen sie im Frühling auf dem Speiseplan glänzen.

Hinweise/Besonderheiten

Die Taubnessel ist eine ausgesprochene Hummelpflanze und für Bienen ungeeignet. Der Beiname „Bienensaug“ ist daher eher irreführend.
Wer im Winter auf der Fensterbank frische Keimlinge für Salat ziehen will, der kann ab Ende Mai bis September die Samen der Taubnessel sammeln und trocknen.

Quellenangabe: „Die Kräuter in meinem Garten“, Hirsch/Grünberger; „Essbare Wildpflanzen“, Fleischhauer/Guthmann/Spiegelberger

Rezept für die Rezept-Galerie (#3208)

Rezept Wildgemüse-Lasagne

Zutaten (4 Personen):

Ca. 4 Hände voll frische Wildpflanzen (z.B. Taubnesseln, Giersch, Brennnesseln)
6-8 Tomaten
2 kleine Zwiebeln
Etwas Öl/Butter zum Anrösten
Ca. 150 ml Wasser zum Ablöschen
Ca. 350 ml pürierte Tomaten
Ca. ½ l Bechamel-Soße
6 Lasagne-Blätter (ohne Kochen)
Ca. 300 g Käse (je nach Geschmack milden Gouda oder herzhafter Käse)
Pfeffer und Salz
1 EL Zitronensaft oder 1 TL Essig
Optional: Pinienkerne oder Cashewkerne

Zubereitung:

Zunächst eine Bechamel-Soße zubereiten und an die Seite stellen.
Den Käse mit dem Gemüsehobel in eine Schüssel reiben und beiseite stellen.
Die Tomaten waschen, abtrocknen und in Würfel schneiden, an die Seite Stellen.
Die zarten Pflanzenteile reinigen und zerkleinern,
Zwiebeln schälen, in kleine Würfel schneiden und mit dem Fett in der Pfanne rösten, das Wildgemüse zugeben und kurz unter ständigem Rühren weiter dünsten.
Mit 100ml Wasser ablöschen und das Gemüse weichkochen. Mit Pfeffer und Salz sowie Zitronensaft oder Essig abschmecken. (Sollte zu wenig Flüssigkeit beim Kochen vorhanden sein, dann die übrigen 50 ml zugeben. Darauf achten, dass das Wildgemüse NICHT in der Flüssigkeit schwimmt.)
Eine gefettete Auflaufform bereitstellen. Pürierte Tomaten als unterste Schicht einfüllen, zwei Lasagne-Blätter nebeneinander in die Tomatensoße legen und als erste Schicht das Wildgemüse darauf verteilen.
Optional können jetzt zerkleinerte Cashewkerne oder Pinienkerne über das Wildgemüse gestreut werden.
Zwei Blätter Lasagne auf das Wildgemüse legen und darauf die Tomatenwürfel verteilen. Diese ebenfalls mit Pfeffer und Salz bestreuen.
Zwei Lasagne-Blätter auf die Tomaten legen und die Bechamel-Soße darüber gießen. Die Soße füllt einen Teil der Auflaufform, was für den Garvorgang wichtig ist, damit die Nudel-Blätter weich werden.
Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen und die Auflaufform mittig im Backofen auf das Gitterrost schieben. Nach ca. 35 Minuten die Auflaufform herausnehmen. Mit einem Holzspieß prüfen, ob die Lasagne-Blätter gar sind. Erst dann den Käse über der Lasagne verteilen und weitere 10 bis 15 Minuten im Ofen backen (Der Käse soll eine leichte Färbung annehmen.).